Steht mir nicht – und was dann?

Es ist wie beim shoppen, man sieht ein Kleidungsstück was einem sofort gefällt, probiert es an und stellt fest: „Das steht mir nicht.“ Noch schlimmer wird es wenn man etwas näht, viel Geld und Herzblut in das Projekt investiert, sich aber mit dem Endprodukt überhaupt nicht wohl fühlt. Vor allem Anfängern wird dies das ein oder andere mal passieren. Aber was macht man dann? Zum Wegwerfen ist es zu schade, aber raus getrauen will man sich damit dann doch nicht. Das erste Gebot ist: Ruhe bewahren. Wenn man sich nicht ganz und gar in der Größe verschnitten hat, ist meist doch noch was zu retten. Jetzt muss nüchtern festgestellt werden was eigentlich genau stört. Mir ging es so mit einem der ersten Kleider, das ich genäht habe. Ebenfalls aus dem Burda Nähkurs für Anfänger. Und zwar hab ich mich an das Stiftkleid „Julia“gewagt. Der simple und elegante Schnitt hat mir sofort gefallen und ich habe von diesem Kleid in einem wunderschönen senfgelb geträumt. Den perfekten, etwas schwereren Jerseystoff habe ich bei Kristalin Design auf Dawanda gefunden und kurze Zeit später konnte ich mein Werk betrachten. Über den versauten Reißverschluss konnte ich ja noch hinwegsehen (Anfänger halt 🙂 ) aber die Passform konnte ich mir nicht mehr schönreden.

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Also hing es eine ganze Weile einfach im Schrank. Vor kurzem habe ich es dann wieder raus gekramt und mir überlegt was mich eigentlich genau daran stört und wie ich es vielleicht doch noch in eine tragbare Variante ändern kann.

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Der erste Punkt der mir aufgefallen ist, waren die Ärmel. Irgendwie störte mich die Länge so sehr, also hab ich sie mir erstmal auf eine für mich angenehme Länge eingeschlagen und siehe da, jetzt sah das ganze schon besser aus. Was solch kleine Veränderungen ausmachen können. Um die Taille ein bisschen mehr zu betonen hab ich dann einfach noch einen Gürtel umgebunden und das war dann der Moment wo ich dieses Kleid doch noch lieben gelernt habe. Auch wenn der Schnitt für diese Tragevariante nicht gedacht war, sitzt es so wie ich es mir vorgestellt habe. Zusammen mit dem Spencer (ebenfalls aus der Burda Nähschule – Fortgeschrittene) ist es nun eine wunderschöne Kombination, die ich super gern am Wochenende zum Brunch, zu Familienfeiern oder ohne Blazer auch auf Arbeit trage. Durch den sehr simplen Schnitt lässt sich das Kleid super gut verschieden kombinieren und ist auch für den bevorstehenden Herbst und Winter ein wunderbares Basic zum schichten.

Also kramt eure ganzen Fehlschnitte wieder aus dem Schrank und versucht sie durch kürzen, abnähen oder gar teilweises auftrennen doch noch in Teile zu verwandeln die ihr mit Stolz und Liebe tragen könnt, anstatt sie hinten im Kleiderschrank zu vergessen.

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